Störungen muss man zulassen - oder eben nicht!

Fairways
, März/April 2012

Ich stelle fest, dass die Fairways-Leser offensichtlich auch im Winter golferisch nicht untätig sind, sondern die Zeit insbesondere dafür nutzen, besondere Situationen und Beobachtungen des vergangenen Golfjahres aufzuarbeiten. Auf jeden Fall danke ich all denjenigen, die mir durch inhaltliche Fragen, persönliche Erlebnisse und Erfolgsmeldungen immer wieder neuen Stoff für weitere Mental-Artikel liefern (Mails bitte an golfmental@properformance.de).

Sehr oft taucht dabei die Problematik auf, dass Spieler sich auf der Runde von ihren Mitspielern ablenken und aus der Ruhe bringen lassen. Stellvertretend sei hier unser Leser Frank zitiert:

„Immer wieder erlebe ich, dass ich in Turnieren auf einzelne Spieler meines Clubs treffe, die mir auf der Runde das eigene Golfspiel vermiesen. Ob dies bewusst oder unbewusst passiert, da bin ich mir nicht so sicher.

Bei unseren Clubmeisterschaften im vergangenen September spielte ich in einem Dreier-Flight. Nach fünf Löchern lag ich 1 über Par. Am darauf folgenden Par-4-Loch habe ich mit meinem dritten Schlag sieben Meter vor der Fahne gelegen. Mein Mitspieler K. hatte seinen Ball 30 Zentimeter neben meinem mit einem Tee markiert. Ich bat ihn, sein Markierungsmittel zu wechseln, in einen Pfennig oder Ähnliches. Er lachte nur und sagte "So ein Quatsch, das hab ich ja noch nie gehört".

Lassen Sie sich nicht ärgern
Foto: A. Philipp

Er wechselte es dann aus, sagte aber noch zu meinem Caddy "Oh, Frank ist aber sensibel heute…" Trotz dieser Störung lochte ich meinen Putt. An Loch 9 störte er mich mit der Bemerkung: „Da musst du aber schon einen sehr guten Schlag machen, um über das Biotop zu kommen". Absolut lächerlich, da es nur 150 Meter waren! Daraufhin habe ich ihn direkt angesprochen und ihn gebeten, das zu unterlassen.

Nach 9 Loch lag ich 2 über Par. Leider konnte ich das Niveau nicht halten. Mitspieler K. öffnete seine Wasserflasche, wenn ich chippte. Er lief ständig vor, wenn ich aus dreißig bis fünfzig Metern pitchte. Ich spielte dann drei Katastrophenlöcher und insgesamt eine 51 auf den zweiten neun. Sein Verhalten hat meines Erachtens dazu geführt, mich aus dem Rhythmus zu bringen.

Meine Frage lautet nun: Bin ich an den Störungen gescheitert oder weil ich dem Druck des guten Ergebnisses nicht standhalten konnte? Und wie gehe ich zukünftig mit solchen Störungen um? Wenn ich den Mitspieler darauf hinweise, dass es mich stört, besteht dann nicht die Gefahr, dass er es – so wie Mitspieler K. – bewusst weiter macht und sich innerlich freut?“

Lassen Sie sich im Training bewusst stören
Foto: A. Philipp

Lieber Frank, die erste Frage kann ich, weil ich weder Sie noch Ihr Spiel kenne, leider nur schwerlich beantworten. Meine Vermutung lautet: Wahrscheinlich an beidem. Beides – die Störungen und der Erwartungsdruck aufgrund des „drohenden“ guten Ergebnisses - sind Reize, denen Sie in dieser Spielsituation ausgesetzt waren. In der März/April 2009-Ausgabe hatte ich das S-O-R-Modell der Verhaltenspsychologie vorgestellt: Reize (S für Stimuli) verarbeitet unser Kopf (O für Organismus) auf eine bestimmte Art und Weise und verursacht letztendlich eine bestimmte Reaktion (R für Response). Es gilt also herauszufinden, welche falsche Verarbeitung (O) zu der letztendlich ungewünschten Reaktion führt und welche günstigere Verarbeitungsstrategie wir stattdessen lieber hätten.

Eine erste ungünstige Strategie offenbart unser Leser Frank bereits in seiner letzten Frage: Wird mein Gegenspieler seine Störungen nicht sogar bewusst fortsetzen und sich innerlich freuen? Im Coaching nennen wir dies Gedankenlesen, denn genau diese Fähigkeit muss Frank besitzen – wie wüsste er sonst, dass sein Mitspieler ihn bewusst und sogar mit innerer Freude stört? Wie in der vergangenen Ausgabe verweise ich auch hier gerne auf Paul Watzlawicks „Geschichte mit dem Hammer“…

"Da hast Du Dir ja was eingebrockt...!"
Foto: A. Philipp

Ob bewusste oder unbewusste, ob Freude bereitende oder eben nicht bereitende Störung – der entscheidende Punkt ist: Sie machen sich Gedanken über die Störung, und zwar keine positiven. Aber warum eigentlich nicht?! Warum denken Sie nicht einfach einmal positiv über solche Störungen von außen? „Dem kann ich beim besten Willen nichts Positives abgewinnen“, meinen Sie? Wie wäre es beispielsweise hiermit: „Mein gutes Spiel scheint meinen Mitspieler ja wirklich zu irritieren – warum sonst sollte er auf solche Mittel zurückgreifen?“ Oder „Okay, endlich mal eine neue Herausforderung – dem werde ich zeigen, wie locker und unbeeindruckt mich seine Störungen lassen…“  Vielleicht ist diese Art der Schönfärberei – wir Coaches nennen sie gerne Reframing - anfangs ein wenig ungewohnt, aber probieren Sie sie bitte trotzdem aus. Sie glauben gar nicht, wie plump sie manchmal vorgehen können, um Ihr Gehirn zu großen Leistungen zu animieren!

Sie entscheiden, was Sie an sich heranlassen
Foto: A. Philipp

Mein nächster Ansatzpunkt in Sachen mentaler Strategie lautet in obiger Situation: Wenn Sie wirklich voll und ganz auf Ihr Spiel konzentriert gewesen wären (und die Betonung liegt dabei auf „Ihr“!), hätten Sie die Störungen Ihres Mitspielers wahrscheinlich gar nicht mitbekommen. Zumindest hätten sie Sie nicht länger als den Bruchteil einer Sekunde beschäftigt. Im vorgenannten S-O-R-Modell setzen wir nun also bereits am S an, indem wir bestimmte Reize gar nicht erst zulassen oder uns weigern, auf sie in irgendeiner Weise zu reagieren.

Doch selbst wenn die Störung Ihren mentalen Schutzschild einmal durchbrochen hat, können Sie sie auch jederzeit wieder aus Ihrem Kopf verbannen. Mein Vorschlag für eine günstige mentale Verarbeitungsstrategie:

  • Schauen Sie zunächst, ob Sie dem störenden Reiz nicht auch irgendetwas Positives abgewinnen können (Reframing).
  • Wenn ja, überlegen Sie, ob Sie angesichts dieses positiven Nutzens überhaupt noch auf die Störung verzichten möchten.
  • Wenn ja, prüfen Sie, ob es irgendetwas gibt, wie Sie auf die Störung selbst Einfluss nehmen können (Frank N. hat seinen Mitspieler beispielsweise gebeten, die Störungen zu unterlassen – mit mäßigem Erfolg).
  • Wenn ja – tun Sie’s!
  • Wenn nein, betrachten Sie die Störung als zusätzliche Herausforderung, die Ihre Golfrunde noch aufregender macht (noch ein Reframing). Bei einem Videospiel würde man wohl von einem höheren Spiel-Level sprechen.
  • Abschließend geht es darum, die Störung aus Ihrem Kopf zu bekommen. Dies gelingt jedoch nur, wenn Sie Ihr Gehirn stattdessen mit etwas anderem beschäftigen. Visualisieren ist hier ein hoch effizientes Mental-Werkzeug: Malen Sie sich in Ihrem Kopfkino beispielsweise aus, wie Sie den nächsten Schlag traumhaft sicher einlochen. Schauen Sie sich dieses „Kopf-Video“ aus allen möglichen Perspektiven an, untermalen Sie es mit passenden Geräuschen, Düften, Gefühlen.

Nutzen Sie die letzten kalten Vor-Saison-Wochen dazu, solche Situationen im Kopf durchzuspielen, dann sind Sie für die kommende Saison bestens gewappnet. Ich wünsche Ihnen einen störungsfreien Spielbetrieb 2012!

Was unsere Klienten sagen:

Schüttler Waske
Tennis-University
Offenbach
"Haralds große Stärke ist es, individuell die perfekten Methoden herauszuarbeiten. In Verbindung mit seiner Dynamik und seiner Professionalität konnte er vielen Profispielern helfen, ihr Potential auszuschöpfen. Ein großes Dankeschön dafür!"
Fachhochschule Polizei
Sachsen-Anhalt
Aschersleben
"Mit seiner entspannten und gleichzeitig fesselnden Art ist es Harald Dobmayer hervorragend gelungen, die Teilnehmer mit grundlegenden Mentaltechniken vertraut zu machen."
Benjamin Schlichting
PGA-Professional
GC Hummelbachaue
"Mit Harald als Mental-Coach habe ich zwei Highlights meiner Karriere erreicht: Eine 62er-Runde und ein Sieg auf der EPD-Tour!"
Benjamin Schlichting
PGA-Professional
GC Hummelbachaue
"Mit Harald als Mental-Coach habe ich zwei Highlights meiner Karriere erreicht: Eine 62er-Runde und ein Sieg auf der EPD-Tour!"
Andreas E. Kaehmer
Marketing Director
Los Altos, USA
"Ihre besonders ergebnisorientierte sowie beeindruckend professionelle Gestaltung der Trainingseinheit hat mich gefesselt!"
Alisa Deen
Tennis player
London
"By having sessions with Harald, my mental game has changed completely. I have grown stronger and more focused mentally than I have ever been."
Foto: A. Philipp
Manuel Kempe
PGA Professional
"Harry, vielen Dank für Deine Unterstützung auf der EPD-Tour, der Challenge Tour und bei den BMW International Open!"
Foto: A. Philipp
Manuel Kempe
PGA Professional
"Harry, vielen Dank für Deine Unterstützung auf der EPD-Tour, der Challenge Tour und bei den BMW International Open!"
CLOSER
People-Magazin
"Der renommierte Körpersprache-Experte und Kommunikations-Trainer Harald Dobmayer entschlüsselt die unbewussten Signale der Stars."
Foto: A. Philipp
Denise Kalek
Bundesliga-Spielerin
"Nach dem Coaching mit Harald habe ich schnell mehr Sicherheit im kurzen Spiel bekommen!"
Foto: A. Philipp
Denise Kalek
Bundesliga-Spielerin
"Nach dem Coaching mit Harald habe ich schnell mehr Sicherheit im kurzen Spiel bekommen!"
Jacqueline Rockstroh
EBC Hochschule
Dresden
"Ich habe selten so viel Input bekommen und mich gleichzeitig so entertaint gefühlt wie an diesem Abend. Hierfür ein großes Dankeschön!"
Catiana Kärcher
Tennis-Profi
"Durch Harald stehe ich jetzt ganz anders auf dem Platz und habe keine Angst mehr, auch mal Emotionen zu zeigen. Ich habe noch nie so intensive, lehrreiche Gespräche über meine mentale Seite geführt wie mit ihm."
Chira Hartwig
Golf-Hessenmeisterin 2010
"Mit deinen Tipps und Tricks bist Du mir eine große Hilfe und tolle Unterstützung. Danke, dass Du immer für mich da bist!"
Chira Hartwig
Golf-Hessenmeisterin 2010
"Mit deinen Tipps und Tricks bist Du mir eine große Hilfe und tolle Unterstützung. Danke, dass Du immer für mich da bist!"
Katrin Graf
Golf- & Landclub
Kronberg
"Ich habe von Harald gelernt, meine Schläge zu visualisieren und zu fokussieren, so dass ich mich nicht mehr durch negative Gedanken beeinflussen lasse."
Katrin Graf
Golf- & Landclub
Kronberg
"Ich habe von Harald gelernt, meine Schläge zu visualisieren und zu fokussieren, so dass ich mich nicht mehr durch negative Gedanken beeinflussen lasse."
Marina Mustacchio
Designerin
Berlin
"Danke für mein neues, selbstsicheres Auftreten! Jetzt fällt es mir nicht mehr schwer, mich vor die Kamera zu stellen!"
Ann-Christin Nilsson
Tennisprofi
Bangalore, India
"Mit Haralds Hilfe habe ich zu einer professionellen, positiveren Einstellung gefunden und gelernt, mir selbst nicht mehr im Weg zu stehen."
Stephanie Kiefer
Captain
GLC Kronberg
"An nur einem Nachmittag haben wir einen Überblick erhalten und gleichzeitig konkrete Techniken kennengelernt. Vielen Dank für den Input!"
Stephanie Kiefer
Captain
GLC Kronberg
"An nur einem Nachmittag haben wir einen Überblick erhalten und gleichzeitig konkrete Techniken kennengelernt. Vielen Dank für den Input!"
Maik Burlage
Tennis Professional
"Das Training hat mir geholfen, aus einer Negativspirale zu entkommen!"
Julia Kramer
Vorstand Jugend
GLC Kronberg
"Mit Haralds Mentaltechniken kann unser Jugend-Team seine Golffähigkeiten optimal einsetzen. Die ersten Erfolge stellten sich schon nach wenigen Trainingseinheiten ein."
Tarik Panitz
Golf-Professional
"Haralds Tipps geben meinem Spiel und dem meiner Schüler nachhaltig mehr Sicherheit."
Tarik Panitz
Golf-Professional
"Haralds Tipps geben meinem Spiel und dem meiner Schüler nachhaltig mehr Sicherheit."
Martin Stoll
GC Main-Taunus
"Deutlichste Veränderung: Die Spieler gehen bewusster mit Situationen um, die eine mentale Komponente besitzen."
Martin Stoll
GC Main-Taunus
"Deutlichste Veränderung: Die Spieler gehen bewusster mit Situationen um, die eine mentale Komponente besitzen."

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